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Deutsche Telekom präsentiert erstmalig Ausstellung Art Collection Telekom

  • me Collectors Room Berlin/Stiftung Olbricht stellt Art Collection Telekom vor
  • Kunstsammlung der Deutschen Telekom mit dem Schwerpunkt Ost- und Südosteuropa
  • Die Ausstellung zeigt 70 Werke von 20 Künstlerinnen und Künstlern

Unter dem Titel „Fragile Sense of Hope“ präsentiert die Deutsche Telekom erstmalig Teile ihrer Sammlung, Art Collection Telekom, im me Collectors Room der Stiftung Olbricht in Berlin. Die Ausstellung gewährt Einblicke in die erzählerische Kraft der Kunstszene Ost- und Südosteuropas. Mit der Sammlungstätigkeit möchte die Telekom die spannenden künstlerischen Entwicklungen in den Ländern Osteuropas mitverfolgen und die gesellschaftlichen und politischen Veränderungen nach dem Fall des Eisernen Vorhangs beleuchten.
Aufgebaut wird die Art Collection Telekom seit 2010, sie erstreckt sich über sämtliche Medien wie Zeichnung, Malerei, Fotografie und Video/Film. Seit Beginn der Sammlungstätigkeit haben sich bestimmte Schwerpunkte und Erzählstränge entwickelt, die in der Ausstellung „Fragile Sense of Hope“ mit 70 Werken von 20 Künstlerinnen und Künstlern abgebildet werden.

 

Der Titel der Ausstellung ist einem Werk von Sejla Kameric entliehen. Er bringt den Grundtenor einer gesamten Region zum Ausdruck. Der Fall des Eisernen Vorhangs vor gut 25 Jahren hat dramatische Veränderungen in den Alltagsstrukturen der Gesellschaften Osteuropas mit sich gebracht, die von einem fragilen Gefühl der Hoffnung auf eine bessere Zukunft begleitet werden. Ideologische Wertesysteme, die staatlich diktiert wurden, lösten sich in Nichts auf. Lebensentwürfe ganzer Generationen wurden obsolet. Es fällt den Gesellschaften schwer zu entscheiden, was der Erinnerung wert ist und was eine neue Bewertung erfahren sollte. Künstlerinnen und Künstler sind sensibel für das Verdrängen einer ganzen Epoche. Sie stellen die Konstruktion der Geschichtsschreibung in Frage und behandeln in ihren Werken das Vergessen und das Erinnern als zentrale Themen.

Die Ausstellung wird kuratiert von Office for Art, Nathalie Hoyos und Rainald Schumacher in Zusammenarbeit mit dem me Collectors Room/Stiftung Olbricht, Berlin.

Förderung junger Künstlerinnen und Künstler aus Ost- und Südosteuropa

Drei Generationen sind in der Art Collection Telekom vertreten. Ein Augenmerk liegt auf der Förderung jüngerer Künstlerinnen und Künstler. Daneben stehen Positionen, die in Zeiten der sozialistischen Planwirtschaft Studierende waren. Ausgewählte Werke stammen von der älteren Generation, die bereits zu Zeiten des Eisernen Vorhangs tätig war und in den letzten Jahren wiederentdeckt wird.

Zu ihnen zählt Zofia Kulik (* 1947 in Wroclaw, Polen). Ihre Abschlussarbeit an der Akademie der bildenden Künste in Warschau, Instead of Sculpture: Lady Halina and Cones, 1968/1971, war ein rebellischer Akt gegen die vorherrschende akademische Unterrichtsform. Anstelle der verlangten bildhauerischen Arbeit inszenierte sie das Aktmodell in unterschiedlichen Posen. Als Studentin bricht sie mit der Tradition und konfrontiert das System mit einem erweiterten Skulpturenbegriff.
Repräsentative Formen der Selbstinszenierung beschäftigen die Künstlerin in ihrem Werk The Splendour of Myself IV, 2007. Die aus hunderten Fotos bestehende Collage setzt sich aus ihrem ‚Archive of Gestures’ zusammen, einem persönlichem Fotoarchiv mit etwa 700 Aufnahmen verschiedener Körperposen, die sie zwischen 1987 und 1991 von ihrem Assistenten anfertigte.

Die Ausstellung zeigt drei weitere Selbstporträts der bosnischen Künstlerin Sejla Kameric (* 1976 in Sarajevo, Bosnien und Herzegowina). Das Auseinanderbrechen der Republik Jugoslawien und die daraus resultierenden kriegerischen Auseinandersetzungen sind der Hintergrund vieler ihrer Werke. In den Kriegsgebieten und während der fast 1.400 Tage dauernden Belagerung von Sarajevo von 1992 bis 1995 schützten viele Bewohner die Fensterscheiben vor dem Zersplittern mittels Klebeband, das nach dem Abziehen unregelmäßige Spuren zurückließ. Die unterschiedlichen Strukturen, diagonale, vertikale oder gitterartige, zitiert die titelgebende Arbeit der Ausstellung Fragile Sense of Hope, 2013.

Vergessen und Erinnern – Identität und gesellschaftliche Verantwortung

Neben der Verarbeitung der persönlichen Geschichte und der Erinnerung ist die gesellschaftliche Verantwortung des Künstlers ein häufig wiederkehrender Themenstrang der Werke der Art Collection Telekom. 

So arbeitet Danica Dakic (* 1962 Sarajevo, Bosnien und Herzegowina) in Isola Bella, 2007/2008, mit Bewohnern eines Heimes zum Schutz für Kinder und Jugendliche in Pazaric, ein kleiner Ort in der Nähe Sarajewos. Viele der Insassen kamen als Kinder in dieses Heim und haben Jahrzehnte ihres Lebens dort verbracht. Danica Dakic gab ihnen im Zuge dieses Projekts eine Bühne, auf der sie ihre Träume, Sehnsüchte und Hoffnungen zum Ausdruck bringen und gleichzeitig von der Rolle des Betrachters in die des Schauspielers wechseln konnten.

Die festgelegte Rolle des Künstlers in Frage zu stellen und Alternativen zu probieren, ist für Roman Ondak (* 1966 in Zilina, Slowakische Republik) ein besonderes Anliegen. In der 100-teiligen Zeichnungsserie Futuropolis, 2006, gibt er die Autorenschaft des Künstlers auf und bittet hundert Freunde, ihre Vorstellungen der idealen Stadt der Zukunft festzuhalten. So entsteht ein kollektives Kunstwerk. Der Künstler wird zum Organisator und Ideengeber und leitet Außenstehende zu künstlerischen Tätigkeiten an.

Ganz im Gegensatz dazu agiert Mihut Boscu Kafchin (* 1986 in Cluj-Napoca, Rumänien), einer der jüngeren Künstler in der Sammlung. In Gemälden, Installationen, Skulpturen und Videos entwirft er eine Zukunftsvision und gewährt Einblicke in einen komplexen Kosmos, der aus technoiden und biologischen Formen besteht. In Study for Ouroboros, 2014, verbinden sich mysteriöse Zeichen zu einer mathematischen Formel. Der Titel steht für das ägyptische Symbol einer Schlange, die sich in den Schwanz beißt, und verleiht dem Gemälde etwas Geheimnisumwobenes. Uroboros ist auch der Name eines Computervirus.

Die fünf genannten künstlerischen Positionen können stellvertretend für die verschiedenen Fragen stehen, die in der Ausstellung anklingen: Das Vergessen und Erinnern, die Re-Konstruktion von Geschichte, Fragen der Identität und der gesellschaftlichen Verantwortung sowie die Entwicklung einer neuen Formensprache.

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