Die Abenteuer unserer Mitarbeiter

„Irgendwas mit Medien“ aka eine Ode an die Klischees der PR

Das geht raus an alle Eltern, Freunde und Bekanntschaften, die mich bis heute mit einem verlegenen Lächeln fragend anschauen, wenn ich erzähle, dass ich PR-Beraterin bin. Sätze wie: „Du gehst da immer auf viele Events, stimmt’s?“ oder „Ganz schöne Meinungsmache“ prasseln an den alljährlichen Familien-Weihnachtswahnsinnstagen oder Abitreffen wie harte Peitschenschläge auf mein immer verzweifelter werdendes Ich herein.

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Hier also eine Ode an Klischees, die ich ab morgen nicht mehr hören möchte:

1. Schampus und ein Schnack:

Die High Heels und das Notfall Make-Up-Kit immer im Schrank: Denn hey, das nächste fancy Event mit einer neuen lokalen, nachhaltigen Craft-Beer-Brauerei, ein Pop-Up-Shop-Opening oder eine aufgeblasene Fashion-Veranstaltung sind immer nur eine Mail entfernt. Schnell umziehen, mit dem Uber vom Office los, die Powerbank für meine drei Handys in die neuen Designer-Handtasche gepackt und ready to Smalltalk. An dieser Stelle möchte ich lauthals vom Balkon auf die Torstraße schreien: „Abso – fucking – lutley“ NOT! Klar, das eine oder andere Event nimmt man in 365 Tagen schon mal mit. Dann aber abgehetzt aus dem Büro, im Taxi nur nochmal schnell die Haare gekämmt und nicht immer ganz so ready to Smalltalk. Den Großteil meines Tages verbringe ich sitzend vorm Computer oder mit dem Telefonhörer in der Hand. Schreibe Pressemitteilungen, mache Budgetplanung, feile an Strategien oder habe Meetings. PR ist und bleibt harte Arbeit. Fast immer im Hintergrund.

 

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2. Fressfeind PRler:

Beeinflussen oder Propaganda – der böse PRler ist stets gewillt, die Journalisten übers Ohr zu hauen. In Zeiten von Fake News muss man immer schauen, welche Quelle hinter welchem Artikel steht. Ganz klar. Wir PRler verstehen uns aber eher als Sparringspartner der Journalisten und Magazine. Kommunikation auf Augenhöhe, ehrliches Interesse und zielgerichtete Themenpitches sind das A und O. Natürlich sind wir für das Branding und die Awareness (um endlich auch hippe Anglizismen in den virtuellen Raum zu werfen) unserer Kunden stets bemüht, eine deutliche Sichtbarkeit in der deutschen Medienlandschaft zu generieren. Aber nur da, wo es passt. Aber nur mit dem Inhalt, der auch Sinn macht. Und mag ein Blick in andere Länder ein konträres Verhalten vermuten lassen, so sind unsere deutschen Medienkollegen in Gesprächen immer offen und ehrlich: Das passt nicht rein, die Story bekomme ich nicht unter. In unserer Lifestyle-Bubble geht es am Ende, auch für uns, immer um die Usability und Authentizität für den Verbraucher.

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3. PR ist Werbung ist Marketing ist Werbung:

Ja Mutti – dieser Absatz geht raus an dich. Aber auch an alle anderen PRler, die innerlich immer ein bisschen sterben, wenn Marketing und PR eins zu eins gleichgesetzt werden. Okokokok, sind wir ganz ehrlich, so verschwimmen die Grenzen der Werbung und der Öffentlichkeitsarbeit immer mehr. Um es aber einmal brachial zu vereinfachen: PR ist Information, Marketing ist Werbung. PR ist Imagepflege, Marketing Absatz.

Das Tinder der beiden Disziplinen, genannt „Digitalisierung“, brachte uns allen jedoch ein Superlike und somit eine Romanze zwischen PR und Marketing ein. Der gemeinsame Tanzbereich, ganz gleich ob Paid, Earned oder Owned Media, wird nun geteilt, Aufgaben und Zielgruppen überlappen. Und doch, wenn auch aus Trotz, es ist nicht das gleiche!!

 

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–Johanna Rumstadt

 

 

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