Co-Create!

Ein Rückblick auf die Frühstückskeynote mit Nora von Cromatics

Nora arbeitet als Markensoziologin bei der Kreativagentur Cromatics. An einem kalten Morgen im Oktober ist sie zu uns in die Torstraße 107 gekommen, um einen Vortrag über “Co-Creation” zu halten. 20 Personen hören ihr zu, mit dabei Kollegen*innen aus unserer Agentur, von Zucker.Kommunikation und Gäste aus unterschiedlichen Kreativberufen. Bei einem reichhaltigen Frühstück stellt Nora sich und ihre Agentur vor. Mit ihrem Vortrag erklärt sie aus ihrer Sicht, wie wichtig das Wissen über Trends und Gesellschaft ist und wie Co-Kreation dabei hilft, wirkungsvoll und erfolgreich Ideen und Kampagnen zu entwickeln.

© Gerald Schömbs

Schnell, schneller, gesellschaftlicher Wandel

“Die Gesellschaft ist in Bewegung”, mit dieser Überschrift leitet Nora den Vortrag ein. Der Mensch hat das existentielle, genetisch verankerte Bedürfnis, etwas aktiv zu bewirken, zu verändern und zu hinterlassen. Dieses individuelle Bedürfnis sowie eine sich ständig verändernde Gesellschaft bewirken, dass unterschiedliche Strömungen beziehungsweise Trends entstehen. Nora definiert vier Arten:

  • Megatrends sind langfristig und betreffen jegliche Bereiche der Gesellschaft und der Wirtschaft. Beispiele dazu sind we-know-them-all-topics wie die Globalisierung, Individualisierung oder die digitale Transformation, aber auch Strömungen, die den Wertewandel einer Generation betreffen, wie Mindfulness oder Gender Shift.
  • Makrotrends sind Teilströmungen, wie Neoökologie oder das Machertum, die einen unterschiedlichen Wirkungshorizont aufweisen und  in den meisten Fällen durch konkrete Innovationen definiert werden können.
  • Mikrotrends sind Innovationen und erste Anzeichen für aufkommende Trendströmungen.
  • Pseudotrends werden fälschlicherweise als Trends bezeichnet (“Diese Schuhe sind so trendy”).

Nach X, Y, Z kommt Alpha

Ob Baby Boomer, Generation X,Y, Z oder Alpha – um Zielgruppen zu verstehen werden jeder Generation andere Merkmale, unterschiedliche Denk- und Verhaltensweisen zugeordnet, wie das Kommunikationsverhalten: BabyBoomer telefonieren, Generation X-ler schreiben E-Mails, Generation Y-ler nutzen vor allem Messenger und Generation Z-ler verschicken Sprachnachrichten.

Co-Creation als Lösung

Das Wissen über Generationen und Trends ist Basis für die Ideen- und Konzeptentwicklung. Es stellt zugleich eine Komplexität dar, mit der sich Unternehmen befassen müssen: Wie trifft unser Produkt das Mindset der Zielgruppe? Die Lösung für Cromatics: Co-Creation.

Cromatics realisiert Co-Creation mit Hilfe von Workshops, bei denen Kunden und die Kunden der Kunden zusammen an Ideen für Kampagnen arbeiten. Bei dieser Methode kann sich die Zielgruppe mit ihren Wünschen und ihrer Kritik einbringen und gleichzeitig können die Mitarbeiter des Unternehmens ihre Meinung äußern. So nutzt das Unternehmen Potenziale, die sonst nicht zur Verfügung stehen.

Neben der Co-Creation stellt Nora eine weitere Möglichkeit des nutzerzentrierten Arbeitens vor: Die direkte stichprobenartige Befragung der Endverbraucher. Diese erzählen Geschichten, äußern ihre Gedanken, Ängste und Bedürfnisse. Informationen, die als Sprungbrett für die weitere Ideenentwicklung dienen. Dazu stellt Nora Arbeitsbeispiele der Agentur vor: Nora hat junge Mitglieder des THW befragt, aus welchen Gründen sie sich ehrenamtlich engagieren. 100 Mitglieder wurden zuerst in persönlichen Gesprächen befragt. Ein Großteil der Befragten sind aufgrund der großen Gemeinschaft bei dem THW. Dies wurde im zweiten Schritt durch eine Online-Befragung bestätigt. Statt klassischer Rekrutierungsaktionen, hat das THW mit einer Stärkung der Community reagiert. Weitere Informationen zu den Projekten findet ihr unter https://cromatics.de/projekte/.

© Gerald Schömbs

Next time again

Bei dieser Frühstückskeynote dabei zu sein, hat sich gelohnt – interessanter Input, Einblicke in die Arbeitsweise einer anderen Agentur, und nicht zu vergessen, ein tolles Frühstück. Bei der nächsten Frühstückskeynote in unserer Kommunikationszentrale bin ich gerne wieder dabei!

Mehr Informationen zu Megatrends und Lebensstilen unter https://www.zukunftsinstitut.de/.

– Lisa-Jil Meier