Delmenhorst ist die heimliche Hauptstadt der Lifestyle-PR in Deutschland. Denn hier residiert die Borgmeier Media Gruppe (Motto “Von Erfolg kann man träumen. Oder ihn machen.”), die mit weitem Abstand unangefochtene Nummer 1 im Kompetenzfeld “Lifestyle” laut Pfeffers PR-Ranking 2006.

Zum Jahresbeginn 2008 wartet Carsten Borgmeier, Autor des Business-Ratgebers “Selbständig. Erfolgreich werden und bleiben”, mit einer besonderen Idee in Sachen Eigenwerbung auf: In zwei Werbespots präsentiert die Agentur ihr Leistungsspektrum: “So ist in einem der Commercials ein wütender Chef zu sehen, der seine ehrfürchtigen Mitarbeiter auffordert, endlich Borgmeier zu engagieren, damit das Unternehmen zu mehr Medienpräsenz kommt. Im zweiten gackert ein Huhn “Borg…meier!”, ehe es ein Ei legt”, schreibt “werben & verkaufen”. Den Huhn-Spot gibt’s auf der Seite von w&v zu bewundern. Geschaltet wird die New Business-Kampagne auf center.tv sowie in örtlichen Kinos, außerdem beim SV Werder Bremen im Weser-Stadion und in der VIP-Lounge.
Carsten Borgmeier startete “im Jahr 1984 (…) mit 50,- DM Taschengeld den Aufbau seines Imperiums“.
Er ist einer der erfolgreichsten PR-Männer Deutschlands und laut Xing-Profil Mitglied u.a. im Ferrari Owner’s Club, Bentley Owner’s Club, Business Excellence Club Beverly Hills und Cigar Club Santa Monica.

Da weiß man gar nicht, was absurder ist: Dass ausgerechnet Lebensmittel-Discounter Penny (”Das neue Billig”) das iPhone nach Österreich bringt? Oder die Gestaltung der Startseite, die wohl der Marketing-Chef Daumen Hoch (rechts unten) nebenher noch selbst erstellen muss und deshalb dringend Verstärkung braucht. Vielleicht aber ist es auch der überaus smarte Versuch, neue Zielgruppen zu erschließen. Diese Abteilung “Milch von Aldi, Anzug von Armani”. Und den letzten Schrei von Penny!!!
Das nenn’ ich mal eine amtliche Promotion-Karre. Wenn das nicht die Marke emotional auflädt, weiß ich auch nicht. Get out of my Way!
Genau 407 Tage haben unsere brandneuen Glasschilder durchgehalten. Letzte Woche mussten unsere Nachbarn Kobalt dran glauben. Die übrigen blieben unversehrt.
Unseren Recherchen nach hat der Anschlag auf Kobalt keinen politisch oder persönlich motivierten Hintergrund: Die Schilder hängen einfach so hoch, dass man an die übrigen nicht rankommt. Tja, keine Leiter, kein Graffiti.
Anekdoten über die Ausschreibung von Etats erleben wir im Agentur-Alltag so einige. Insbesondere gibt es natürlich immer noch viel zu häufig den Fall der unbezahlten Präsentation - kein Honorar für die Ausarbeitung einer Präsentation, keine Beteiligung an den Kosten z.B. für Grafik oder Reisen. Eine Praxis, die nicht nur unfair ist, sondern häufig auch Ausdruck mangelnder Professionalität des Ausschreibungsprozesses. Einen besonders krassen Fall darf man diese Woche im aktuellen Spiegel lesen:
Da gibt es in Rheinland-Pfalz eine Ausschreibung, in der es um die Imageförderung des öffentlichen Nahverkehrs geht. Über 40 Agenturen haben sich schon beworben, von denen das Ministerium nicht nur Konzepte sehen will, sondern auch noch 25 EUR für die Briefing-Unterlagen. Das allein nicht genug: Intern scheint man sich schon für einen Anbieter entschieden zu haben und ist genervt von der Anzahl der Pitch-Teilnehmer. Das steht in einer E-Mail, die schlauerweise gleich mal an die sich bewerbenden Agenturen geschickt wurde:
“Noch ein Wettbewerbsteilnehmer. Ich habe schon überlegt, ob ich ihm sagen soll, dass er nicht mehr die Schnitte einer Chance hat, aber habe mich dann doch für die 25 Euro entschieden. Was machen wir eigentlich mit dem Geld? Da sind jetzt mehr als 1000 Euro reingekommen. Dafür könnten wir z. B. so eine schöne Edel-Kaffeekochanlage auch bei uns im Flur installieren. Dann musst du nicht täglich in die Kantine.”

Wir wollten uns die letzten grauen Herbsttage bevor das iPhone kommt mit einem neuen Handy versüßen - Fotograf Christian Lietzmann und ich. All unsere Hoffnungen lagen auf dem neuen P1i von Sony Ericsson. Großes Display, Touchscreen, WLAN, Email, Kalender. Und SE hat sogar ein eigenes iSync-Plugin für Apple-User bereitgestellt - nach dem P990i-Flop vor einem knappen Jahr wollte man wohl nicht noch weitere Mac-Fans verlieren.
Aber die Freude währte nur kurz. Schlimm das Betriebssystem und die Menüführung. Von Synchronisation kann man nicht sprechen: Weiterlesen ‘Warten auf das iPhone - P1i auch kein Trost’
“Es gibt PR-Agenturen und Kommunikationsberatungen, mit denen kann ich als Journalist zusammenarbeiten. Weil sie einen nur bedingt hinters Licht führen wollen und weil sich einen gewissen Berufsethos pflegen. Und es gibt Läden wie die Berliner Flaskamp AG”, schreibt Handelsblatt-Blogger Thomas Knüwer am Sonntag über die am Wochenende heiß diskutierten Praktiken der Berliner PR-Agentur in Sachen Public Affairs fürs Wirtschaftsministerium.
Medienkooperationen gibt es in ganz unterschiedlichen Ausprägungen. Sie sind in anderen Bereichen der PR (Kultur, Markenprodukte, Sport) gängige Praxis. Bei der Arbeit für Ministerien, Verbänden, in allen Bereichen von Public Affairs sollte man eine gewisse Zurückhaltung üben, finden wir. Will man nicht plötzlich im Rampenlicht stehen und recht kurzfristig mal den kompletten Etat verlieren.
Den genauen Vorgang schildert der Kölner Stadt-Anzeiger am letzten Wochenende. Hier kann man auch nachlesen, wie Kooperationsvereinbarungen formuliert werden, falls man wider besseren Wissens doch einmal ähnliches plant. Nicht schlecht ist die Zeile: Als der „Kölner Stadt-Anzeiger“ das Angebot ablehnt, fordert die Agentur eine schriftliche Stellungnahme zur Ablehnung einer Kooperation mit dem Bundesministerium für Wirtschaft an.
Wo ist eigentlich die schöne Volvo-Kampagne geblieben, mit der der C30 Anfang des Jahres für Spaß auf der Straße sorgte? Als es noch selbstbewusst “Wie findest Du ihn?” hieß und die Strichmännchen ihn wahlweise bewundert, ignoriert oder zum Kotzen fanden verabscheut haben.
Inzwischen steht über der Website nicht mehr “Sag uns Deine Meinung”, sondern “Phase 2″ und die Postkarten und Megaposter schmücken langweilige Zitate. Zumindest drängt sich dieser Eindruck auf, wenn man so wie ich heute morgen an einem Postkarten-Ständer vorbeikommt, an dem wie immer die besten Motive schon vergriffen sind, außer …
Wir finden das schade. Denn wir waren Ende letzten Jahres dabei als die mutige Kampagne entstand, von denen jetzt noch ein paar rudimentäre Reste im Netz stehen. Dann änderte sich im Frühjahr schlagartig die Richtung. Und wir waren draußen, ehe wir richtig drin waren. Dabei hatten wir uns schon in das Auto verliebt.
OK, eigentlich bin ich ja bekennender Bildblog-Leser. Aber ab und zu muss man ja auch an die Eigen-PR denken. Und als Sir Bob Geldof letzte Woche Politiker und Prominente fragte “Was kann Deutschland für Afrika tun?”, fühlte ich mich geschmeichelt und musste auch meinen Senf dazu geben.
Das Foto ist von der Eröffnung des “camel active”-Stores am Kudamm - also auch noch ein Clipping für unseren Kunden
. Leider ist meine Kollegin Anne mal wieder nur mit halbem Ohr dabei …
Nachtrag: Sind Emoticons in Blogs eigentlich erlaubt? Wenn ich so recht nachdenke, erinnere ich mich an keine, zumindest nicht in den Blogs, die ich lese. Sieht albern aus, werde ich künftig lassen.
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