
Kürzlich haben wir wieder die Teilnahme an einer Pitch-Präsentation abgesagt. Kein uninteressanter Kunde war das, hätte gut zu uns gepasst. Wenn da nicht die unterschiedlichen Auffassungen darüber gewesen wären, ob man Agenturen dafür honorieren soll, dass sie sich mehrere Wochen Arbeit machen, um eine umfangreiche PR-Präsentation (Strategie/Kreation) zu erstellen - oder eben nicht.
Weder die Tatsache, dass so ein Honorar von sagen wir 2-3.000 € eher symbolischen Charakter hat, um Fremdkosten wie Design oder Flüge zu decken, noch unser Angebot, dieses Honorar im Falle des Pitch-Gewinnes zu verrechnen, konnte überzeugen. Dabei geht es uns in solch einem Prozess doch lediglich darum, sicherzustellen, dass die Ausschreibung professionell betrieben wird. Dass sie ernst gemeint ist. Dass die Auswahl der richtigen Agentur einen angemessenen Stellenwert hat. Und dass man nicht die Haltung hat, dass die Agentur alle Risiken allein tragen muss. Besonders letzteres wäre kein guter Start in eine gemeinsame Geschäftsbeziehung.
“Insgesamt ist es so, dass die Kunden bei einem vereinbarten Honorar den Pitch wesentlich ernster nehmen und sich die Agenturauswahl besser überlegen”, bestätigt auch Matthias Berger (Berger Baader Hermes) in einer Diskussion in der Internet World zu dem Thema.
In den letzten 20 Jahren haben wir bei Schröder+Schömbs PR natürlich schon so einiges erlebt, Weiterlesen ‘Wäre Ihnen die Auswahl Ihrer Agentur etwas wert?’
Zwei Spirituosen, ein Gedanke: Wenn schon Musikmarketing, dann aber bitte mit orangem Balken. Hält man die beiden Entwürfe nebeneinander, kann man eine gewisse Ähnlichkeit nicht leugnen. Einziger Unterschied: Die Rockliga ist schon seit einigen Jahren so unterwegs, die Smirnoff-Aktion ist aktuell. Ist einer von den Herren recht etwa der bekannte Plagiart Direktor Reiner Zufall?


Mit schöner Regelmäßigkeit erreichen uns Anfragen von Firmen, bei denen man sich nicht sicher ist, ob und wie man sie beantworten soll. Diese hätte uns um ein Haar gar nicht erreicht, da sie im Spam-Filter gelandet ist. Warum bloß?
Sehr geehrte Damen und Herren,
wir sind auf der Suche nach einer PR Agentur in Deutschland die uns bei der Vermarktung unserer Produkte unterstützt.
Zur Zeit hole ich verschiedene Informationen von verschieden Anbietern ein - würden Sie mir daher freundlicherweise ein paar weitere Informationen emailen?
Vielen Dank.
Mit freundlichen Grüßen
XXXX
Mit schöner Regelmäßigkeit erreichen uns Anfragen von Firmen, bei denen man sich nicht sicher ist, ob und wie man sie beantworten soll. Ein besonders schönes Exemplar wurde uns kürzlich von einer befreundeten Agentur zugespielt. Hat PR in manchen Unternehmen wirklich so einen niedrigen Stellenwert oder haben Praktikanten mittlerweile so weitreichende Kompetenzen?
Guten Tag,
im Moment sind wir am überlegen ob wir eine PR-Agentur für ein zukünftiges Projekt engagieren sollen.
Zunächst möchten wir uns erstmal informieren.
Eine wichtige Frage für uns ist welche Kosten anfallen, wenn wir dauerhaft mit Ihnen zusammenarbeiten wollen?
Welche Kosten fallen zusätzlich an wenn wir Presseberichte in diverse Medien setzten möchten.
Vielen Dank für Ihre Rückmeldung.
Mit besten Grüßen
Jacqueline Münz*)
Praktikant
*) Name geändert. Orthografie und Interpunktion nicht.
Dass Lexware ziemlich schicke Werbung macht, wussten wir. Dass zum Software-Angebot jetzt auch eine Mode-Linie gehört, noch nicht. Überhaupt gibt es in diesem Ausschnitt aus unserer “Bewerbung der Woche” einige Produkte, die wir so noch nicht kannten:

Was in den 80ern der Werbekrieg zwischen Coca Cola und Pepsi Cola war, könnte bald schon zwischen Coke und Bionade (”Das offizielle Getränk einer besseren Welt”) entbrennen. Derzeit scheint Coke in der Rolle des Verteidigers zu sein:

Nur eine leere Cola-Flasche ist eine gute Cola-Flasche?
Die aktuelle Bionade-Kampagne hingegen hat jetzt schon das Zeug zum Klassiker à la Lucky Strike:

Gesehen auf dem Ostbahnhof, Berlin
Schönes neue Internet-Welt: Vorbei sind die Zeiten, wo man nicht wusste, ob seine Werbung überhaupt wahrgenommen wird. Und Begriffe wie “Streuverlust” gehören längst der Vergangenheit an. Denn auf Webseiten wird Werbung nur sichtbar, wenn sie auch aufgerufen wird. Und dank Targeting erreicht man auch stets die richtige Zielgruppe.

Beispiel: Wir sind ein Gasthof in St. Michael/Lungau, sagen wir der “Wastlwirt“, und wollen Gäste für unser gleichnamiges Lifestyle-Hotel gewinnen. Eine Website haben wir auch schon. Und nun? Richtig: Bannerwerbung zielgerichtet auf Webseiten, wo wir potentielle Gäste vermuten. Z.B. den Technologie-Blog Engadget. Direkt zwischen Meldungen wie “NVIDIA pushing out GeForce PhysX support in July” und “ARM9 board gets firmware upgrade for 0.69-second Debian boot-ups”.

Wir unterbrechen den laufenden Blog für eine aktuelle Nachricht aus den USA:
Erfinder der «Pringles»-Verpackung in Dose bestattet
(AP) Das nennt man Stolz auf sein Lebenswerk: Der Erfinder der «Pringles»-Verpackung hat sich in einer der von ihm entworfenen Chips-Dosen bestatten lassen. Nach dem Tod von Fredric Baur wurde ein Teil seiner Asche in einer der charakteristischen Dosen im Grab versenkt, wie seine Kinder mitteilten. Baur habe sich dies ausdrücklich gewünscht, weil er auf seine Erfindung so sehr stolz gewesen sei, sagte sein Sohn Lawrence Baur am Montag.
Der Chemiker und Verpackungstechniker hatte 1970 ein Patent auf seine «Pringles»-Verpackung erhalten. Er starb nach Angaben seiner Familie bereits am 4. Mai in Cincinnati. Der Rest seiner Asche wurde demnach in einer normalen Urne neben der Chips-Dose bestattet, eine weitere Urne erhielt einer seiner Enkel.
AP. Via WELT online
Shrek in der Abendstunde: Nichts böses ahnend stolpere ich beim Milch holen in der Tankstelle über dieses Display von Becks:

Moneybrother und Dúné? Erst zur Jägermeister Rock:Liga und gleich danach als “exklusives Clubkonzert” zu Becks? Na, super, also ob es keine anderen Bands mehr gibt. Doch unser A&R-Mann Thorsten konnte die vermeindliche Doppelung aufklären: Der Dispenser ist schon ein Jahr alt und warb für die MTV Campus Invasion letzten Sommer. Also eigentlich ein Fall für den Shopblogger.
Fremdschämen mit Microsoft: Dieses Video war als Spaß für das Sales-Team gedacht. Humor kann doch recht unterschiedlich sein. Nun, denn. Dann dient es in diesem Blog als abschreckendes Beispiel und Gruß ins Wochenende!
In unserer neuen Serie eine Mail von letzter Woche, zu der es wohl keiner langen Erklärung bedarf:
“Sehr geehrte Frau Schießl,
ich wollte mich mal erkundigen was für PR Maßnahmen Sie mir für www.xxxxxxx.de empfehlen würden und was das ganze kosten würde.
Mit freundlichen Grüßen”
Es muss jetzt einfach mal sein: Natürlich freuen wir uns, wenn Unternehmen auf der Suche nach einer passenden Agentur bei uns anfragen. Wir wurden empfohlen - oder einfach nur gefunden. “Screening” nennt man das. Dann werden Informationen über die Agentur gesammelt, man schickt eine Eigenpräsentation oder ähnliches. Im besten Fall lernt man sich persönlich kennen. Dann stellt sich heraus, ob Thema, Menschen und die Aufgabe zueinander passen.
Woche für Woche erreichen uns per Mail oder Telefon Anfragen von potentiellen Kunden. Natürlich sind die meisten seriös und gut vorbereitet. Aber ab und zu sind welche dabei, da kann man nur den Kopf schütteln. Und weil es diesen Blog gibt und weil wir unser Amusement auch gern teilen, haben wir beschlossen, hier in unregelmäßiger Folge die absurdesten Anfragen zu veröffentlichen.
Den Anfang macht ein Brief aus der Schweiz. Brief? Ja, Brief. Obwohl das Projekt zu drängen scheint, denn am 15.1. (Eingang 17.1.) schreiben sie “Wir bedauern, Ihnen sagen zu müssen, dass wir diese Unterlagen spätestens bis zum 28.1. in Zürich haben müssen.” Aber es kommt noch besser: Keine Email-Adresse, kein Telefon, kein Fax. Nicht mal ein Name und der Grußformel. “Telefonkontakte sind vorläufig noch nicht möglich, da wir unser Kontaktbüro zur Vorbereitung aller Aktivitäten nicht persönlich besetzt halten.” Aha, verstehe. Kein Briefing, keine Nachfragen möglich - und wenn man sich für den Job interessiert, soll man einen Brief zurückschreiben. Dahin, wo keiner persönlich sitzt. Ja klar, dann machen wir uns mal schnell an die Arbeit, die Ausschreibungsunterlagen zu erstellen … denn unsere PR-Kampagne soll “die Markenbekannt und modische Kompetenz” schließlich “möglichst plötzlich entwickeln”.


Jana und Marianne heißen die Gewinnerinnen unseres T-Mobile-Dauerquatsch- Wettbewerbs “Quatsch Dich leer” im September letzten Jahres. 54 Stunden haben sie durchgehalten und dabei nie länger als 10 Sekunden nichts gesagt. Das brachte den ehrgeizigen Münchner Mädels 10.000 EUR ein. Sie erzählten, sie wollten sich einen Traum erfüllen, unbedingt nach New York gehen und Sängerinnen werden.
Ja, klar … - bis uns heute diese Mail erreichte:
“Nachdem wir den Contest gewonnen haben, sind wir nach New York gegangen um dort eine erfolgreiche Gesangskarriere zu beginnen. Habe hier erfolgreich die Zusammenarbeit mit dem Produzenten Elijah Wells begonnen. Seine Produktionsfirma heisst The Jettsonz, die unter anderem Nr.1 Hits fuer Nina Sky (Move Ya Body), Sean Paul und Tarkan produziert haben. Einige der Lieder kannst du schon auf Myspace hoeren. (www.myspace.com/janawallmusic)
In den naechsten Tagen steht ein Videodreh fuer eines der Lieder an. Haben vor nicht zu langer Zeit von unserem Quatsch dich leer Contest erzaehlt und jeder ist begeistert….”
Hätte man sich schöner nicht selbst ausdenken können, oder?
UPDATE: Hier der MySpace-Link zu Jana
Jetzt kann man sich leicht ausrechnen, was es kostet, ein Early Adopter zu sein: T-Mobile hat den Preis für das iPhone jetzt von 399 EUR auf 99 EUR gesenkt. Wer also die letzten rund 150 Tage noch auf das Hype-Handy verzichten konnte, spart drei Viertel des Kaufpreises - wer es gleich am 9. November 2007 haben musste, durfte dies mit 2 EUR pro Tag - oder umgerechnet 3 Dollar - bezahlen. Ein gängiger Tarif scheint mir, denn auch in den USA ist der Preis nach zwei Monaten um 200 Dollar (von 599 $ auf 399 $) gefallen - ebenfalls knapp über 3 Dollar. Mit dem kleinen Unterschied, dass dort Apple nach Protesten reagiert und den ersten Kunden die Hälfte der Differenz in Form eines Gutscheins zurückerstattet hat. Mal sehen, wann drei 150 EUR-Gutscheine von T-Mobile bei uns im Briefkasten liegen.*
Dumm dran ist nur, wer weder Early noch Late Adopter war, sondern zur Early Majority gehört und sich das Kult-Handy vor kurzem erst gekauft hat. Denn dann schmerzt jeder Tag, wenn man die Rechnung aufmacht. Übrigens heißt es bei Wikipedia: “Durch Early Adopter werden Teile der Entwicklungskosten relativ schnell wieder eingespielt.”
*UPDATE Die Meldung lies nicht lange auf sich warten: Es soll eine Kulanzregelung geben für Kunden, die ihr iPhone in den letzten vier Wochen vor dem 7. April erworben haben, in Form von Gesprächsguthaben.
Auffällig klein und natürlich super-elegant: Die Verpackung des MacBook Air
Seit wieviel Wochen macht Apple jetzt schon Werbung für das neue MacBook Air?*
Mit Plakatierung und TV-Spots auf allen Kanälen? Ich kann mich gar nicht erinnern, jemals so eine Kampagne für ein Apple-Laptop gesehen zu haben (bislang kannte man das nur für den iPod). Und das bei solch einem Produkt, das doch aufgrund von Preis und Ausstattung eher ein Lifestyle-Accessoire als ein Konsum-Produkt für eine breitere Masse ist.
Wenn ich mir den noch nicht mal zulege, sondern meinem MacBook Black so lange treu bleibe, bis es signifikante Performance-Verbesserungen und möglichst ein Blue-Ray-Laufwerk gibt, fragt man sich: was für Leute kaufen sich diesen Rechner? Und natürlich: Prompt am Tag nach Steve Jobs’ Keynote, auf der das MBA präsentiert wurde, ereilt mich ein Anruf aus unserer Mode-Unit “Ich will”. War ja auch irgendwie klar. Und da isses:

*Auflösung zur Eingangsfrage: Die Keynote war am 15. Januar, Liefertermin sollte der 7. Februar sein - seit drei Wochen etwa dürfte die Kampagne laufen. Und heute erst werden die ersten Geräte zum Verkauf ausgeliefert. Macht das Sinn?
P.S. Einen Grund gibt es übrigens trotz allem ein MBA zu kaufen.
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